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Hundegesetze - Theorie und Praxis

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Ab 2017 müssen in Berlin Hundehalter ohne Hundeführerschein ihren Hund grundsätzlich an der Leine führen.

DHVE fordert sachkundige Hundehalter statt restriktiven Verordnungen

Waldems-Esch/Berlin, 04.07.2016 - Berlin bekommt in wenigen Tagen ein neues Hundegesetz. Ohne Hundeführerschein müssen nun alle Halter ihre Hunde an die Leine nehmen. Vor dem Hintergrund eines starken Interesses der Gesellschaft am Thema Hund und Hundehaltung braucht es ganzheitliche Lösungen, befindet Rainer Schröder, Präsident des Dachverband für Haustierverhaltensberatung (DHVE e.V) und 1. Vorsitzender des Berufsverbandes der Hundeerzieher- und Verhaltensberater/innen (BHV e.V.).

Die Politik schafft mit Hundegesetzen und -verordnungen Rahmenbedingungen für das Halten und Führen von Hunden. Rainer Schröder sieht zwei große Schwierigkeiten bei der Gesetzesfindung: Erstens werde die Fachkompetenz der Experten zu wenig berücksichtigt und nicht umgesetzt. Diese sei aber dringend notwendig, um tatsächlich für alle sinnvolle Verordnungen zu schaffen. „Zweitens betreffen Hundeverordnungen nur den öffentlichen Raum. 75% der Beißunfälle passieren aber im häuslichen Bereich. Dreiviertel der Unfälle mit Hunden werden also durch das Hundegesetz nicht erfasst“, führt Rainer Schröder weiter aus. “Der Fokus auf ein Hundegesetz erscheint geradezu populistisch angesichts der Tatsache, dass jährlich fünfmal so viele Menschen durch die Einwirkung von Pferden und dreimal so viele Menschen durch Bienenstiche als durch die Einwirkung von Hunden umkommen”, so Rainer Schröder.

Hundehalter motivieren

Letztendlich kann eine Reduktion der Zwischenfälle mit Hunden im öffentlichen und privaten Raum nur durch entsprechend vorausschauendes Handeln der Hundebesitzer erreicht werden. Sinnvolle Verordnungen lassen sich also nicht allein durch Restriktionen für Hundebesitzer erwirken. Vielmehr sollten Hundehalter motiviert werden, sich und ihren Hund gut auszubilden, um das Zusammenleben von Hundehaltern und Nichthundehaltern konfliktfrei zu ermöglichen. Dass der Hundehalter seinen Hund in jeder Situation sicher führen kann, bescheinigt ihm die bestandene Prüfung des Hundeführerscheins. „Wer den Hundeführerschein absolviert, sollte belohnt werden“, findet Rainer Schröder. „Das Schadensrisiko wird durch gut ausgebildete Hunde erheblich gesenkt. Einige Versicherungen honorieren den bestandenen Hundeführerschein deshalb mit Preisnachlässen. Auch die Kommunen sollten neben der Aufklärung der Öffentlichkeit auch die Weiterbildung von Hundehaltern unterstützen und fördern“.

Bei der Hundemesse "House of Dogs", die am 11. und 12. Juni im Berliner Postbahnhof stattfand, wurde zwischen Experten und Hundebesitzern diskutiert, wie man das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern verbessern kann. Neben der Wahrung des Tierschutzes in Hundeverordnungen wurde die Aufklärung/Weiterbildung für Hundehalter als Schwerpunkt hervorgehoben. Beides kann nur im Dialog von Politik und Experten gelingen und muss den Hundehalter einbeziehen.

Das Buch zum Hundeführerschein des DHVE

Der Hundeführerschein des DHVE - Ein Info- und Sachkundebuch

Erschienen Mai 2016!

Der Hundeführerschein ist ein heiß diskutiertes Thema in fast allen Bundesländern. Der Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Europa e.V. hat auf der Grundlage der bewährten Hundeführerscheine des BHV e.V. und der IG Hundeschulen e.V. einen neuen verbesserten Hundeführerschein herausgegeben. In drei Stufen kann das Mensch-Hund-Team die Prüfung ablegen und so zeigen, dass die nötige Sachkunde vorhanden ist. Mit dem Hundeführerschein kann der Halter dokumentieren, dass er seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Hunde gefährdet. Das Buch bietet die komplette nötige Sachkunde, um den theoretischen Teil der Prüfung zu bestehen. Mit Trainingsplänen für Übungen und einem extra Kapitel zur Körpersprache des Hundes schult es den Hundehalter und ermöglicht so bei gutem Training den Hundeführerschein auch in der Praxis als Team mit seinem Hund zu bestehen.

HFS klein2Aus dem Inhalt: 

  • Herkunft und Anschaffung 
  • Kind und Hund 
  • So funktioniert das Lernen
  • Gesundheit und Ernährung
  • Typische Probleme
  • Hund und Recht
  • Angst und Aggression
  • Körpersprache beim Hund
  • Trainingshilfsmittel
  • Der Ablauf der Hundeführerscheinprüfung
  • Alltag mit Hund
  • Fragenkatalog

 

 Über die Autorinnen:

Katja Frey, Bibi Degn, Dr. Katrin Hagmann, Elke Müller, Ariane Ullrich. Die Autorinnen gehören den Mitgliedsverbänden des Dachverbandes an und vertreten modernes Hundetraining nach den neuesten wissenschaftlichen Grundlagen. In erfolgreicher Zusammenarbeit haben der Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V., die IG-Hundeschulen, die Tellington Touch Gilde und andere geschafft, neuestes Wissen zusammenzuführen und mit dem Hundeführerschein ein Instrument geschaffen, Zusammenleben mit Hunden tierschutzgerecht zu verbessern.

Das Buch kann HIER direkt bestellt werden.

Warum ein Besuch beim Hundefriseur kein Luxus ist

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Fell als Spiegel der Gesundheit – Wann sich der Weg zum Hundefriseur lohnt

Waldems-Esch/Hallerndorf. 01.04.2016. Haarige Zeiten für Hundebesitzer – Vermehrt im Frühling und im Herbst findet der natürliche Fellwechsel bei Hunden statt. Doch anstatt nur die Haare aus der Wohnung zu entfernen, lohnt es sich, auch einen Blick auf den Hund zu richten: Hundefell ist ein unterschätzter Indikator für die Gesundheit des Vierbeiners. Vielmals wird unterschätzt, dass viele Hunderassen Unterstützung bei der Fellpflege benötigen. Kompetent helfen kann ein Hundefriseur, der mit den Grundlagen des Trainings vertraut ist.

Hunde heute sind keine Wildtiere. Durch Zucht wurden Hunde so geformt, dass sie an unsere Lebensbedingungen zwischen Wohnzimmerklima und Waldspaziergang angepasst sind. Deshalb benötigen viele Rassen eine Fellpflege. Das Fell sollte Glanz besitzen, robust sein und Schutz bieten. Fellveränderungen lassen oft Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Hundes zu und die Behaarung kann viel über die „inneren Werte“ wie etwa den Stoffwechsel des Hundes verraten. Anzeichen für einen überfälligen Termin beim Hundefriseur können sein, wenn die Unterwolle zu sehen ist, der Hund extrem haart oder das Fell beginnt, Verfilzungen zu bilden. Das Fell des Hundes sollte auch keinerlei Behinderung an seine Sinne oder körperliche Bewegung darstellen. „Ich habe schon häufig erlebt, dass Hunde einfach nichts sahen, weil die Haare die Augen überdeckt haben. Zu lange Haare können auch das Auge reizen und Entzündungen mit sich bringen. Zu massive Fellknoten in den Pfoten können das Laufen beeinträchtigen und Gangprobleme verursachen.“ berichtet Hundefriseur und Hundeerzieher/Verhaltensberater (IHK) Tobias Bachmann. „Es spricht nichts dagegen, sich einem reinen Fellproblem mit Equipment aus dem Fachhandel zu nähern. Allerdings ist hier auf die richtige Anwendung für den richtigen Felltyp zu achten, um dem Fell nicht zu schaden oder dem Hund sogar Schmerzen zuzufügen“, erklärt Tobias Bachmann.

Kompetent beraten für die Optik und Gesundheit des Fells kann ein Hundefriseur. Da „Hundefriseur“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, sollten Hundebesitzer im Freundeskreis nach Empfehlungen fragen und auf die Zertifizierung und regelmäßige Weiterbildungen ihres Hundefriseurs achten. „Ein Hundefriseur sollte auf jeden Hund speziell eingehen, er sollte sich mit Körpersprache auskennen und insbesondere die Grundlagen des Trainings verstehen“, sammelt Bachmann. „Im Fokus steht natürlich das handwerkliche Können. Der Erstkontakt ist in der Regel ein Telefonat, in dem geklärt wird um welche Rasse es sich handelt und welche Vorerfahrungen der Hund hat“. Während der Behandlung sollte dem Hund Zeit gegeben werden, sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Über all die Arbeitsschritte hinweg soll kein Druck auf den Hund ausgeübt werden – Belohnungen im richtigen Moment machen es für den Hund interessant und angenehm, auf dem Frisiertisch zu stehen. Die Grenzen des Hundes sollen erkannt und akzeptiert werden. „In der Regel ist das Limit für die Hunde meiner Erfahrung und Ermessens nach ca. eine bis eineinhalb Stunden mit Baden. Für mich als Inhaber eines Salons steht hier das Wohl des Tieres an erster Stelle. Ich bin stets bemüht, den Hund so gut wie möglich und so schnell wie möglich zu versorgen“, so Tobias Bachmann. Mit der richtigen Vorbereitung kann ein Besuch beim Hundefriseur für Hund und Mensch durchaus angenehm sein. „Manche Hunde reißen sich nach einigen Terminen förmlich darum, sich auf den Tisch zu stellen“.

Hund und Kind - na, aber sicher!

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Fünf Basics, um Angst abzubauen und Sicherheit zu bieten – für Hund und Kind

Waldems-Esch, 01.02.12016 Guck mal, Mama, ein Hund! Darf ich den mal streicheln?“ Hunde gehören zur Lebensumwelt von Kindern und üben allgemein eine große Faszination aus. Für den richtigen Umgang mit dem Hund in der Familie bietet der DHVE Hundeführerschein eine gute Basis.

Der Kontakt mit Haustieren in der Kindheit bedeutet nicht nur Spaß und emotionale Geborgenheit für Kinder, sondern ist ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung von sozialer und emotionaler Intelligenz und körperlicher Gesundheit. Damit diese Wirkungen eintreten, müssen Eltern jedoch darauf achten, dass Hund und Kind lernen, miteinander umzugehen. Ein großer Teil der dokumentierten Beißunfälle mit Hunden steht im Zusammenhang mit Kindern. Kinder sind in ihren Reaktionen unberechenbarer als Erwachsene, was oft zu Missverständnissen zwischen Hund und Kind führt.

  • Nehmen Sie deshalb Ihren Hund an die Leine, wenn Ihnen Kinder entgegenkommen. Möchten fremde Kinder den Hund streicheln, muss das erst mit Ihnen als Besitzer abgesprochen werden und Sie sollten darauf achten, wann es dem Hund zu viel wird. Hat ihr Hund keine Erfahrung mit Kindern, zwingen Sie ihn nicht, sich streicheln zu lassen.
  • Es dient der Sicherheit aller, Kindern zu zeigen, wie Hunde kommunizieren und sie anzuleiten, wie Hunde lernen. Kinder können dieses Lernen freudvoll mit positiver Bestärkung zu lenken, anstatt die Gefahr einer Konfrontation einzugehen - Hunde sind im Zweifel stärker als das Kind.
  • Rauf- und Zerrspiele sollten ebenso wie Rennspiele tabu sein, die Verletzungsgefahr ist dabei zu groß. Kinder können angeleitet werden, dem Hund kleine Tricks beizubringen oder Suchspiele zu machen. Kinderspielplätze sind dagegen für Hunde tabu. Des Hundes Essen und seine Essenszeit gehört dem Hund, und Kinder (ebenso wie Erwachsene) sollten den Hund in Ruhe fressen lassen.
  • Ob das Kind den Hund spazieren führen darf, ist eine schwierige Ermessensfrage und sehr von Hund und Kind abhängig. Kinder können mit dem Hund spazieren gehen, sobald sie in der Lage sind, den Hund zu kontrollieren. Das ist meistens nicht vom Alter des Kindes abhängig, sondern von dessen Entwicklungsstand, dem Erziehungsstand des Hundes und anderen Faktoren.

Viele Hundeschulen bieten Kurse für Kinder und ihre Hunde an. Dort lernen beide am besten, was erlaubt ist und wie man miteinander am meisten Spaß hat. Einige Hundeschulen kommen auch mit ihren Teams in Schulen und Kindergärten, um dort Kurse oder Projekttage zum Thema Hunde und Kinder durchzuführen. Die Tellington TTouches als Form der achtsamen Berührung sind eine ideale vetrauensbildende Grundlage für ängstliche Hunde und Kinder. Der DHVE Hundeführerschein bietet interessierten Hundefreunden eine ideale Grundlage für den richtigen Umgang mit dem Familienhund. Wichtige Inhalte rund um die Haltung, das Training und die Gesundheit von Hunden im sind im Hundeführerschein fundiert und übersichtlich zusammengetragen. Die Lehrinhalte erscheinen in diesem Frühjahr als Buch, spielerisch und effektiv kann man sich das theoretische Wissen auch über die Lernkarten-App von Mobivention zum DHVE-Hundeführerschein (im Appstore erhältlich) aneignen.

Quelle: Buch "Der Hundeführerschein des DHVE“

Bild: Die Tellington TTouches als Form der achtsamen Berührung sind eine ideale vetrauensbildende Grundlage für ängstliche Hunde und Kinder.

Darf man Hunde schlagen?

Die überfällige Neubewertung dominanzbasierter Erziehungsmethoden

"Ich gebe meinem Hund einen mit der Zeitung. Dann ist er auf die Zeitung sauer und nicht auf mich" – Aussagen wie diese hören Hundetrainer auch heute noch. Doch Gewalt in der Hundeerziehung ist längst überholt. Für einen zeitgemäßen und artgerechten Umgang mit Hunden hat die Verbändekooperation des Dachverbands für Haustierverhaltensberatung e.V. (DHVE) einen bundesweiten Hundeführerschein erarbeitet.

„Es ist bedauerlich, dass noch immer so viele alte Überzeugungen im Umgang mit Hunden bestehen. Das Gemeinschaftsprojekt unserer Mitgliedsverbände, der bundesweite Hundeführerschein, soll Hundehalter auf den neuesten Stand bringen und trägt dadurch zum besseren Zusammenleben zwischen Hund und Mensch im Alltag bei“, so Rainer Schröder, Präsident des DHVE. Noch immer ist Gewalt, oft mit dem Begriff der „Dominanz“ legitimiert, ein Mittel zur Hundeerziehung. Dem entgegen stehen die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Ethologie, die Strafe und Gewalt als überholt und ineffektiv deklarieren. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Hunde aufgrund einer nach Dominanz strebenden Grundeinstellung ihr Verhalten gegenüber Artgenossen und Menschen einsetzen wie ein angeborenes Streben nach Weltherrschaft – und dass der Mensch sich dagegen durchsetzen muss. Dazu tragen medienwirksame Trainer bei, die Gewalt als ein probates Mittel der Interaktion zwischen Mensch und Tier propagieren. Dominanz wird oft als Eigenschaft des Hundes verstanden, bezeichnet aber eine Beziehung zwischen zwei Individuen: Der unterwürfige Hund, der die Ressourcen des anderen respektiert, stärkt dessen Dominanz. Will der Trainer oder Halter einen Hund durch körperliche Gewalt beeindrucken, erzeugt dies keine Dominanz, sondern Verunsicherung und Angst. Ursachen für sogenanntes dominantes Verhalten wie Drohgebaren oder Schnappen liegen vielmehr bei Unsicherheit, körperlichen Gebrechen und Stress. Durch Strafe werden die dem Verhalten zugrunde liegenden Bedürfnisse unterdrückt, ohne deren Ursache zu lösen. Gewaltsam erzogene Hunde sind dadurch erwiesenermaßen reaktiver und gefährlicher im Umgang. Gute Trainer setzen deshalb auf Entspannung statt Überforderung im Training und beziehen die Erkenntnisse aus Verhaltensforschung und Lerntheorie ein.

Mit der Mitgliedschaft im DHVE bekennen sich die Verbände zu einem artgerechten Umgang mit Tieren nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ziel ist es, gemeinsam die öffentliche Wahrnehmung auf Haustiere als Sozialpartner und deren würdige, art- und tierschutzgerechte Behandlung zu schulen. „Unser Hundeführerschein schult den Hundehalter und interessierten Hundefreund in theoretischem und praktischem Wissen rund um Hundeerziehung, Körpersprache, Rechtsvorschriften, Gesundheit, Problemverhalten und mehr. Damit setzen wir als Dachverband einen bundesweiten Maßstab für zeitgemäße Hundeerziehung“, so Schröder. Das theoretische Wissen für den Sachkundenachweis können sich Hundehalter sowohl mit einem zertifizierten Trainer als auch autodidaktisch mit der DHVE Hundeführerschein Lernkarten App aneignen.

Der Hund, ein Nutztier?

Polar ist ein aktiver Herdenschutzhund. Für soziale Interaktionen hat die Hündin dennoch Zeit.

Polar ist ein aktiver Herdenschutzhund. Für soziale Interaktionen hat die Hündin dennoch Zeit.

„Als Hund nicht zu gebrauchen, aber als Mensch unersetzlich!“ sagte einst Johannes Rau, ehemaliger Bundespräsident Deutschlands, über seinen Hund und veranschaulicht damit den Rollenwechsel, den Hunde in den letzten Jahrhunderten vollzogen haben. Dienten sie dem Menschen lange als Jagd- und Hütehelfer oder Lastentier, leben sie heute als tierischer Freund mit uns. Der Dachverband für Haustierverhaltensberatung e.V. (DHVE) bietet Aufklärung rund um die gesellschaftliche Bedeutung von Haustieren für menschliche und tierische Lebensqualität.

„Der noch nicht von allen bemerkte Paradigmenwechsel unserer Hunde vom Nutztier zum Sozialpartner erfordert mittlerweile auch neue Ausbildungsmethoden“, erklärt Rainer Schröder, Präsident des DHVE. Haustiere haben einen festen Platz in unserer Gesellschaft und verdienen unsere Wertschätzung durch hundgerechte Erziehung.„Während früher noch der Zweck die Mittel heiligte, werden Hunde jetzt gewaltfrei erzogen. Gute Trainer achten heutzutage sogar darauf, dass der Hund stressfrei lernen kann“.

Ca. 7 Millionen Hunde leben in Deutschland, nur wenige davon dienen dem Menschen als Helfer im beruflichen Kontext. Die meisten sind Freizeit- oder Familienhunde und führen ein Leben zwischen Wohnzimmer und Hundewiese. Ihre Aufgabe ist es, dem Menschen ein treuer Gefährte und Freund zu sein. Gleichzeitig sind sie aber ebenfalls zweckdienlich, indem sie soziale Aufgaben erfüllen, als Freizeitpartner zum Wohlbefinden ihrer Besitzer beitragen oder sogar den Mittelpunkt der Lebensgestaltung darstellen. Die Anforderungen, die Freizeithunde erfüllen müssen, werden oft unterschätzt: Keinem Hund fällt es leicht, sich der Reizüberflutung eines großstädtischen Lebens anzupassen. Nach wie vor geschehen Hundeunfälle im häuslichen und familiären Bereich und führen dazu, dass Hunde in großer Zahl in Tierheimen „entsorgt“ werden. Umso wichtiger ist es, auch bei Freizeithunden den für die jeweiligen Ansprüche passenden Hund auszuwählen und ihn so zu trainieren, dass er die gestellten Erwartungen erfüllen kann. Für Freizeit-, Dienst- und Assistenzhunde gleichermaßen bieten die Mitgliedsverbände des DHVE e.V. Beratung und Ausbildung nach zeitgemäßen methodischen Zugängen.

Im DHVE e.V. haben sich namhafte Verbände rund um die Erziehung, Ausbildung und Verhaltensberatung von Haustieren zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam durch einen konsequent gewaltfreien und ethischen Ansatz der Ausbildung und Haltung von Hunden und Haustieren allgemein einen Beitrag zum sozialen Zusammenleben zwischen den Arten zu leisten.

Zeitgemäße Tierausbildung - DHVE e.V. und IHK Potsdam kooperieren

Foto: IHK Potsdam/Kompetenzzentrum Freizeitwirtschaft Mensch und Tier

- Unterzeichnung weiterführender Kooperationsvereinbarung der IHK Potsdam und des DHVE e.V.

- Anerkennung von Intelligenz und Persönlichkeit von Tieren als Ausbildungsstandard

Den respektvollen Umgang mit Tieren gesellschaftlich und politisch zu vertreten ist das Anliegen der Verbändekooperation des Dachverbandes für Haustierverhaltensberatung in Europa e.V. (DHVE). Die Kooperation des Dachverbandes mit der Industrie- und Handelskammer Potsdam bedeutet einen nächsten Schritt, um neue Standards in der Heimtierausbildung zu setzen.Am 28. Mai 2015 unterzeichneten Wolfgang Spieß, Leiter Geschäftsbereich Bildung der IHK Potsdam, Dr. Stefan Heidrich, 1. Vorsitzender des IHK Fachbeirates im KompetenzCenter Freizeitwirtschaft Mensch & Tier und Rainer Schröder, Präsident des DHVE und 1. Vorsitzender des BHV, eine weiterführende Kooperationsvereinbarung zur Qualifizierung mit IHK Zertifikat.

Bereits 2007 haben die IHK Potsdam und der BHV, Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e. V., in der erfolgreichen Kooperation zum IHK Zertifikat „Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in IHK“ hohe Maßstäbe gesetzt.Der 2013 gegründete Dachverband DHVE besteht aus acht führenden Institutionen der Haustierverhaltensberatung, -erziehung und -ausbildung. Im Fokus der Verbändekooperation steht die Bündelung der Qualität und Kompetenz von Verbänden und Institutionen mit dem Ziel der Einführung verbandsübergreifender Qualitätsstandards bei der Qualifizierung von Tiertrainern.

Zeitgemäße Ausbildung von Tieren, Hund und Pferd

Die Kernthemen der geplanten Qualifizierungen mit IHK-Zertifikat sind die Ausbildung von Hunden im Dienst für den Menschen sowie der zeitgemäße Umgang mit Pferden als Freizeitpartner. Die Lehrgänge sollen u.a. folgende Themenkreise abdecken: die Ausbildung von Blindenführ- und anderen Assistenzhunden, die Ausbildung von Anzeigehunden (medical detection dogs), der Umgang mit Problemhunden, die Ausbildung von Teams für hundgestützte Interventionen sowie den Bereich der Pferdeerziehung, Ausbildung und Verhaltensberatung.

Hundewürdige Arbeitsbedingungen schaffen

In Deutschland sind mehrere tausend sogenannte „Gebrauchshunde“, Assistenz- und Therapiehunde im Einsatz für die Gesundheit des Menschen.Von größter Bedeutung bei der Institutionalisierung von Hunden ist eine tierschutzgerechte, in allen Facetten gewaltfreie Hundeausbildung. In der derzeitigen Marktsituation besteht hier vielfach ein eklatanter Mangel. Es gibt weder geschützte Berufsbezeichnungen noch Qualitätskontrollen bei der Ausbildung von Diensthunden. Diesem entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass Hunde in ihrem Dienst für den Menschen auf höchstem fachlichen und ethischen Niveau verantwortungsvoll ausgebildet und begleitet werden ist Anliegen der geplanten Qualifizierung.

Pferde als Freizeitpartner

Reitlehrerausbildungen sind bisher vornehmlich auf den Reitsport ausgerichtet. Der Zertifikatslehrgang des DHVE in Kooperation mit der IHK Potsdam soll eine Grundlagenqualifikation für Dienstleistungen rund ums Pferd sein, wie z.B. die mobile Beratung für Pferde und ihre Menschen im Bereich des Freizeitreitens. Der Lehrgang folgt methodischen Ansätzen der alternativen Pferdeerziehung und involviert die neuesten Erkenntnisse zur Ethologie des Pferdeverhaltens. Das Unterrichten von Pferden und Kindern wie Erwachsenen wird inhaltlich im Vordergrund stehen. Entsprechend den Erfordernissen der Zeit sollen Ansätze vermittelt werden, die den Wunsch nach Kontakt mit Natur und Kreatur berücksichtigen. Reiterliche Ansätze folgen einem körperorientierten Zugang, um auch in diesem Bereich den Bedürfnissen von ausgleichs- und erholungssuchenden Klient/innen gerecht zu werden.

Fachkompetenz von Verbänden und der IHK sinnvoll verbinden

Inhaltlich werden die erforderlichen Fachkenntnisse zu den jeweiligen Themenbereichen in Form von Theorie, Praxis und zu absolvierenden Praktika vermittelt. Im Rahmen der Kooperation werden von den Partnern die fachlichen Curricula von Weiterbildungen erarbeitet, die für die Arbeit mit Menschen und ihren Tieren in verschiedenen Einsatzbereichen qualifizieren. Bestreben ist es, Qualitätsstandards für einen artgerechten, tierschutzkonformen und fachkompetenten Umgang mit Hunden und Pferden zu etablieren. Der Start der regulären Lehrgänge ist für 2016 geplant.

Ansprechpartner:

  DHVE – Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Europa

Geschäftsstelle
Auf der Lind 3, 65529 Waldems-Esch
Tel.: 049 (6192) 9581 137
Fax: 049 (6192) 9581 138

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

                                               www.dhve.de

                   Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam

                   KompetenzCentrum Freizeitwirtschaft Mensch & Tier der IHK Potsdam

                   Breite Straße 2a-c, 14467 Potsdam
                   Tel.: 049 (331) 2786 279

                   E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

                   www.ihk-potsdam.de

DHVE Hundeführerschein als Lernkarten-App

Lernkarten App von mobivention jetzt auch zur Vorbereitung für den DHVE Hundeführerschein

Die Lernkarten App jetzt auch zur Vorbereitung für den DHVE Hundeführerschein

04.02.2016 - Ab sofort finden sie die Hundeführerscheinapp im GooglePlaystore und bei I-tunes auch direkt. Klicken Sie einfach das Bild oben an oder genau HIER https://play.google.com/store/apps/details?id=de.dhve.hundefuehrerschein&hl=de. Laden Sie den Hundeführerschein kostenlos zum Testen auf Ihr Handy und lernen Sie mit der kostenpflichtigen Erweiterung alle 220 Fragen.

Köln, 14.07.2015 – Nach erfolgreichem Launch der Lernkarten App gibt mobivention heute die Erweiterung des verfügbaren Content Angebots um den DHVE Hundeführerschein bekannt.
Hunde genießen in Deutschland ungebrochene Sympathie. 2014 lebten 6,8 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Um das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch zu erleichtern, gibt es in vielen Bundesländern Vergünstigungen und Erleichterungen für Halter mit erfolgreich abgelegtem Hundeführerschein. Er dient dazu, dem Halter die Möglichkeit zur Dokumentation zu geben, dass dieser seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Hunde gefährdet.

Der DHVE e.V. hat in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsverbänden an einer Vereinheitlichung eines Sachkundenachweises in Form einer Hundeführerscheinprüfung gearbeitet. Das Ergebnis findet sich nun im DHVE Hundeführerschein wieder, dessen Fragen ab sofort in der mobivention Lernkarten App als Lernpaket zum Download zur Verfügung stehen.

Die praktische mobivention Lernkarten App ermöglicht modernes Lernen auf iPhone und iPad und bietet aktuell bereits eine umfangreiche Sammlung von Lernpaketen, die permanent erweitert wird. Zielgruppe sind Lernende aber auch Bildungseinrichtungen und Inhaber von Lernkarten Content, wie z.B. Verlage mit einem klassischen Lernkarten Angebot. Weitere Details finden sich hier: http://lernkarten-app.de.

mobivention Geschäftsführer Dr. Hubert Weid: „Mit dem DHVE konnten wir einen renommierten Content Partner gewinnen. Mit dem DHVE Hundeführerschein stellt er ausgesprochen attraktiven und relevanten Content für eine große Zielgruppe bereit und steigert damit die Attraktivität der mobivention Lernkarten App nachhaltig. Die Hundeführerschein Lernkarten ergänzen in idealer Weise unser bestehendes Content Angebot.“
Rainer Schröder, Vorsitzender des DHVE ist sich sicher: "Der Hundeführerschein ist ein sinnvolles Instrument, um das Wissen rund um den Hund zu vergrößern und trägt dadurch zum besseren Zusammenleben zwischen Hund und Mensch im Alltag bei.

Die mobivention Lernkarten App richtet sich zum einen an Nutzer, die sich ein oder mehrere Lerngebiete aneignen möchten und zum anderen an Content Inhaber, wie z.B. Verlage, die einen neuen Weg zur Monetisierung Ihres Contents suchen. Aktuell steht die App im Apple Appstore für Apple iPod, iPhone und iPad zur Verfügung https://www.appfwd.to/lernkarten. Noch im dritten Quartal 2015 sind eine Android Version für Smartphones und Tablets sowie eine Webversion für PCs geplant.

Die Funktionsweise der Lernkarten App basiert auf dem bewährten Lernsystem von Leitner, das Fragen je nach Lernfortschritt in eins von fünf Fächern einsortiert. Gelernte Fragen werden jeweils ein Fach nach hinten sortiert, bis alle Fragen erfolgreich gelernt wurden. Neben der Lernfunktion gibt es noch die Möglichkeit, ein individuelles Lernprogramm mit Inhalt und festen Lernzeiten selbst zu erstellen und mit Hilfe ausführlicher Statistiken den Lernerfolg zu überprüfen.

Über den DHVE

Der Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Europa engagiert sich für die Koordination von Beziehungen zwischen Haustieren, Haltern und Halterinnen von Haustieren, Tierärzten/-Tierärztinnen und Tiertrainern/Tiertrainerinnen und Verhaltensberatern/Verhaltensberaterinnen, sowie Menschen, die ohne Haustiere leben, mit dem Ziel eine für alle Seiten zufriedenstellende Zusammenarbeit im Zusammenleben von Menschen und Haustieren zu erreichen. Zu seinen Mitgliedsverbänden gehört u.a. der BHV e.V., IG-Hundeschulen, Hunde für Handicaps e.V. und die TTEAM Gilde e.V.
Über mobivention

mobivention ist ein Full-Service Dienstleister mit allem rund um App Entwicklung, Konzeption, User Interface Design und App Vermarktung von Apps für Smartphones und Tablets. Zu den unterstützten Produkten gehören Apps, Web-Apps, Mobile Webseiten, Responsive Webseiten und Facebook Apps. Das 2003 gegründete Unternehmen gilt als Qualitätsführer im Markt. Das Unternehmen verfügt mit seinen 30 Mitarbeitern über einen langjährigen Erfahrungsschatz bezüglich der Herstellung von Apps und der Realisierung von Kundenprojekten. Dieses einzigartige Know-how ist Basis für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit namhaften und renommierten Kunden verschiedenster Branchen. Zum Kundenkreis gehören namhafte Unternehmen aus den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistung.

Informationen zur Erlaubnispflicht für Hundetrainer

Neuigkeiten:

Ein im Dezember gefälltes Urteil zur Prozesskostenbeihilfe könnte als Wende in der Umsetzung des §11 des Tierschutzgesetzes gewertet werden. Prozesskostenbeihilfe ist eine staatliche finanzielle Unterstützung für Gerichtsverfahren, ausschlaggebend für die Vergabe ist besonders eine „hinreichende Aussicht auf Erfolg“.
Einer Hundetrainerin war vom zuständigen Veterinäramt eine befristete Erlaubnispflicht unter Auflagen ausgesprochen worden. Die Trainerin klagte im Hauptantrag des Verfahrens, für das die Prozesskostenbeihilfe beantragt wurde, für die Aufhebung der Befristung und der Auflagen – diesem wurde nicht stattgegeben. Wohl aber dem beigefügten Hilfsantrag, in dem sie die Aufhebung des ganzen Bescheides fordert. Das Gericht argumentiert, dass nicht auszuschließen sei, dass das Veterinäramt Ermessensfehler bei der Erteilung der befristeten Erlaubnispflicht begangen habe.

Ob ein solcher Ermessensfehler tatsächlich besteht, wird erst im eigentlichen Klageverfahren entschieden. Aus der Argumentation für die Gewährung der Prozesskostenbeihilfe geht aber als Schlüsselaussage hervor, dass es viele Möglichkeiten gibt, die erforderte Sachkunde nachzuweisen - Die Argumentation des Veterinäramtes, die Trainerin habe keine staatlich anerkannte Qualifikation, kann nach Aussage des Gerichtes möglicherweise ermessensfehlerhaft sein.
Nachweise der Sachkunde müssen keinesfalls bestimmte Ausbildungs- bzw. Prüfungsnachweise sein, auch ein Fachgespräch könne als Sachkundenachweis dienen.
Das Gutachten zur Prozesskostenbeihilfe schürt bundesweit bei Hundetrainern Hoffnung auf eine weniger willkürliche und starre Umsetzungspraxis der Erlaubnispflicht.

Das Verfahren macht erstmals die Problematik auf Rechtsebene deutlich, dass es für die Umsetzung des §11 keinen rechtsverordneten Prüfungsmaßstab gibt und sich die Hundetrainer damit willkürlichen Entscheidungsverfahren der Veterinärämter ausgeliefert sehen.
Die Problematik der Wertbarkeit der teils konträren Ansätze in der Hundeerziehung wird durch die Nichteinmischung der Zuständigen, etwa die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, auf die Veterinärämter verschoben. Das aktuelle Gerichtsverfahren der Hundetrainerin gegen den ihr erteilten Bescheid bedeutet letztendlich eine Verschiebung der Entscheidung über die Erteilung der Sachkunde auf das Gericht und verdeutlicht die Notwendigkeit, dass sich die Betreffenden der Verantwortung einer bundeseinheitlichen Umsetzung des §11 stellen.


Informationen zur Erlaubnispflicht für Hundetrainer

Neuregelung im §11 des Tierschutzgesetzes

Verwirrung bis Existenzangst waren die Reaktionen der Hundeschulen und Trainer auf eine Neuregelung im Tierschutzgesetz, die seit dem 01. August 2014 rechtswirksam ist. Irritation, zahllose Anträge und Verärgerung über nicht anerkannte Zertifikate sorgen für eine angespannte Situation zwischen Hundetrainern und Ämtern.

Die Neuregelung des §11 (Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 Buchstabe f) des Tierschutzgesetzes besagt, dass jeder, der beruflich im Bereich der Hundeerziehung tätig ist, einen Sachkundenachweis benötigt.
Die "Erlaubnispflicht für Hundetrainer" schreibt vor: "Wer gewerbsmäßig (...) für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde."

Ziel der Novelle ist die Umsetzung lange geforderter Qualitätssicherung im Bereich der Hundeerziehung.

Was tun als Hundetrainer?

Hundetrainer müssen beim zuständigen Amt (meist Kreisveterinäramt) einen Antrag mit dem Nachweis ihrer beruflichen Qualifikation einreichen. Im Regelfall erfolgt die Einladung zur Prüfung, die sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil sowie ggf. einem anschließenden Fachgespräch zusammensetzt.
Die Kosten für die Prüfung sind selbst zu tragen.
Da das Gesetz seit dem 01. August rechtswirksam ist, drohen bei Verstoß (dem Nichtantreten zur Prüfung) Bußgeldzahlungen und Berufsverbot.

Die Zertifikateder IHK Potsdam, Düsseldorf und Freiburg und Prüfungen der Tierärztekammern werden in der Regel als Sachkundenachweis anerkannt, bei keiner Ausbildung besteht jedoch ein Rechtsanspruch auf Anerkennung.

Ungeklärte Prüfungsverfahren

Problem der Gesetzesneuerung ist, dass kein einheitliches Prüfungsverfahren für den Nachweis der Sachkunde existiert. Die Umsetzung des Gesetzes obliegt den einzelnen Bundesländern.
Die Veterinärämter, die als zuständige Behörde meist mit der Durchführung des Sachkundenachweises betraut sind, haben keine verbindlichen Vorgaben. Von den Ländern existieren Empfehlungen für die Durchführung der Prüfung, Veterinärämter sind jedoch nicht weisungsgebunden. Dadurch sind die Prüfungsregelungen der einzelnen Ämter undurchsichtig bis willkürlich, die Prüfungssituationen variieren bislang von umfangreichen Einzelfallprüfungen unabhängig von der Qualifikation des Hundetrainers bis hin zu Zulassungen ohne konkrete Prüfung unter Argumentation des Bestandsschutzes.

Weiterhin stehen Prüfungsverfahren in der Kritik, berufsfremde Mitglieder der Prüfungskommission, meist Tierärzte, ohne jegliche Erfahrung als Hundetrainer zur Beurteilung in der praktischen Prüfung einzusetzen. Einzelne Behörden bieten kostenpflichtige Vorbereitungslehrgänge, die von Mitgliedern der Prüfungskommission selbst unterrichtet werden.

Problematik der praktischen Prüfung ist auch die bestehende Vielfalt an Trainingsmethoden und deren Wertbarkeit nebeneinander, die momentan der persönlichen Einschätzungdes jeweiligen Mitglieds der Prüfungskommission obliegt.

Zur Abfrage des theoretischen Wissens wird meist der D.O.Q.-Test Pro verwendet. Der umfangreiche, am Computer ausgeführte Test bietet keinerlei Vor- und Nachbereitungsmöglichkeiten, da der Inhalt nicht bekannt ist. AbsolventInnen kritisieren die Hauptgewichtung auf detaillierte veterinärmedizinische Fragen, die von Hundetrainern von geringer bis keiner Relevanz sind. Wesentlich wichtigere und praxisorientiertere Komponenten für Hundetrainer wie die Beratung des Hundebesitzers und Grundlagen der sozialen Beziehungs- und Bindungsmechanismen zwischen Mensch und Hund werden dagegen kaum geprüft.

Die ungeklärten Prüfungsumstände und komplizierten Prüfungsinhalte widersprechen dem Anliegen des Gesetzgebers, dass mit den Änderungen des § 11 TierSchG ein Mindestmaß an Sachkunde der Hundetrainer sichergestellt werden soll.

Gesetzeslücke für Hundevereine

Umgekehrt sind durch die Neuerung nur hauptamtlich arbeitende Hundetrainer betroffen, womit das Gesetz keine umfassende Qualitätssicherung in der Hundeausbildung ermöglicht.
Für tausende Vereinstrainer, die etwa mit der Ausbildung von Begleit- und Schutzhunden betraut sind und Mensch-Hund Teams schulen, besteht somit keine Prüfungspflicht.
Durch Vereinsgründung und Anstellung kann man sich so der Erlaubnispflicht entziehen.

Der Ansprechpartner für Verbände und Leiter der Bundesarbeitsgruppe einheitlicher Umsetzungsrichtlinien für den Sachkundenachweis und Gleichwertigkeitsanerkennung, Dr. Thomas Pyczak, Ref. 34 für Tierschutz im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, gibt keine Auskunft bezüglich der ungeklärten Umsetzungspraxis. Angebote von Experten aus dem Bereich der Hund-Mensch-Ausbildung bezüglich der Ausarbeitung einer bundeseinheitlichen Richtlinie wurden ignoriert.

Forderung einer bundeseinheitlichen Umsetzung

Der DHVE begrüßt die Erlaubnispflicht für die gewerbsmäßige Hundeausbildung als eine bundesweite Regelung, die für mehr Qualität in Hundeschulen sorgen kann.
Die aktuelle Situation weist jedoch gravierende Problematiken in der Umsetzung auf, wie aus obiger Schilderung der Sachlage hervorgeht. Der DHVE setzt sich deshalb für eine bundeseinheitliche und faire Umsetzung des § 11, Abs. 1, Nr.8 f des Tierschutzgesetzes ein.

Der Sachkundenachweis soll nach bundeseinheitlichen Richtlinien, die gemeinsam mit den Betroffenen zu erarbeiten sind, geprüft werden, Ausbildungen und Qualifizierungen, die auf dem neuesten Stand der Wissenschaft beruhen, anerkannt werden.
Der DHVE fordert als Dachverband der Hundetrainer in Deutschland den Einbezug in die Ausarbeitung einer nachvollziehbaren bundesweiten Umsetzung des §11, die den Berufsstand des Hundetrainers schützt und optimiert.


Initiative: Online Petition http://bit.ly/1zT24YM

Dachverband gegründet

Tiertrainer, Hundeerzieher und Tierverhaltensberater: Vereine gründen Dachverband

  • Organisationen wollen Kompetenzen bündeln
  • Einmaliger Verbund vereinbart in Stuttgart Kooperation für Gütesiegel und Qualitätssicherung
  • Zentrale Themen: Lobbyarbeit und bundeseinheitlicher Hundeführerschein

Berlin/ Stuttgart, 14. November 2013 – Mit dem Training von Hunden und anderen Haustieren sowie der Tierverhaltensberatung und -therapie haben sich in Deutschland und Europa im Laufe der letzten Jahre wichtige Wirtschaftsbereiche etabliert. So ist allein die Zahl der Hundeschulen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Lag sie 2006 noch bei rund 800, sind es derzeit rund 2.000. Neben der Nachfrage nach klassischen Dienstleistungen aus dem Bereich des Tiertrainings und der Tierverhaltensberatung gewinnen auch Beschäftigungsangebote wie etwa Agility oder Dog Dancing für Hunde, Trickschule für Katzen oder therapeutisches Reiten an Bedeutung. Seit Mitte der 1990er-Jahre organisieren sich Tiertrainer, Hundeerzieher, Verhaltensberater und Tierpsychologen in unterschiedlichen Vereinen. Dabei engagieren sie sich unter anderem auch für eine bundeseinheitliche Ausbildung von Menschen, die mit Tieren, insbesondere Hunden, arbeiten.

Kräfte und Interessen zu bündeln ist daher das Ziel, das sich namhafte Organisationen gesetzt haben. Im Rahmen der Heimtiermesse ANIMAL haben sie am heutigen Donnerstag den Dachverband für Haustierverhaltensberater in Europa (DHVE) gegründet. Hauptziel dieses Verbandes ist neben der Vernetzung auf nationaler und internationaler Ebene auch eine starke Lobbyarbeit. Der Dachverband möchte zudem in wichtigen Fragen der Haustierhaltung politischen Einfluss ausüben. Die Organisation vereint mehr als 1.500 Menschen, die mit Hunden und anderen Heimtieren arbeiten – darunter Tiertrainer, Hundeerzieher, Tierverhaltensberater, Biologen und Tierärzte.

„Mit der Gründung des Dachverbands werden führende Verbände aus dem Haustierbereich an einen Tisch geholt, ihre Kräfte gebündelt sowie großer öffentlicher und politischer Einfluss ermöglicht“, sagt Rainer Schröder, der 1. Vorsitzende des Berufsverbandes der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e. V. Der BHV engagiert sich seit seiner Gründung unter anderem dafür, dass der Beruf des Hundetrainers anerkannt wird. Rainer Schröder: „Ich bin mir sicher, dass nur eine kompetente, gewaltfreie und auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Arbeit mit Mensch und Hund eine Zukunft haben wird.“ Ziel des Dachverbandes sind unter anderem die Qualitätssicherung sowie ein Gütesiegel.

Viele Anbieter verfügen nicht über die zur Ausübung eines solchen Berufs erforderliche Qualifikation, betont Susan Gonscherowski, 1. Vorsitzende des Verbandes der Tierpsychologen und Tiertrainer e.V. (VdTT), dem vorwiegend Absolventen der Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) angehören. Tierhaltern falle es zunehmend schwer, professionelle Hilfe zu finden, wenn solche in Bezug auf Hund, Katze, Pferd und Co. benötigt wird. Auch für die Politik auf Bundes- und Landesebene sei es schwierig geworden, adäquate Partner für Regelungsvorhaben, für Verbesserungen im Tierschutz und auch in der inneren Sicherheit zu identifizieren. „Hinzu kommt“, sagt Joachim Leidhold, Diplom-Biologe und Vorstand der VdTT, „dass die Arbeit eines Tiertrainers oder Verhaltensberaters das Tier nicht isoliert betrifft. Jeder Tierhalter sollte sicher sein dürfen, dass die Leistungen, die er für seinen Vierbeiner in Anspruch nimmt, fachlich wie ethisch einwandfrei sind.“ Im Haustierbereich gehe der Tierschutz deshalb Hand in Hand mit dem Verbraucherschutz. Und dessen Niveau stehe und falle mit der Qualifikation und Ethik derjenigen, die am Markt als Trainer und Verhaltensberater auftreten. „Ein Dachverband wie der DHVE wird sowohl der Allgemeinheit als auch der Politik gegenüber für einen qualitätsbewussten und zeitgemäßen Umgang mit Mensch und Tier bürgen können“, erklärt Leidhold.

Elke Müller, Vorsitzende der Interessengemeinschaft unabhängiger Hundeschulen, sagt: „Es ist Zeit, einen Dachverband zu gründen, der die Interessen der einzelnen Mitglieder vertritt, der Know-how in unzähliger Weise bündelt und der auf der politischen Ebene als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht. Wir erwarten nach der Gründung des Dachverbandes ein gemeinsames Lernen miteinander zum Nutzen unserer Haustiere und speziell unseres Sozialpartners Hund sowie die Annäherung aller Mitglieder an ein weiteres gemeinsames Ziel – die Vermittlung von Wissen über die Tiere in Bezug auf Zucht, Sport und Haltung, Projekte für Kinder und Schulen, Projekte für Senioren u.v.m. – und insbesondere über den Hund an Hundehalter/innen, Züchter/innen, Hundesportler/innen, Führer/innen von Diensthunden.“

Ziel: Einheitliches Berufsbild des Hundetrainers

Der Internationale Berufsverband der Hundetrainer/innen e.V. sieht seine vordringlichste Aufgabe darin, verbindliche Qualifikationsmerkmale zu schaffen und so in nicht allzu ferner Zukunft für ein einheitliches und anerkanntes Berufsbild des Hundetrainers zu sorgen. „Dementsprechend sind wir froh, an der Gründung des Dachverbandes hinsichtlich der Schaffung von erhöhten Ausbildungsstandards sowie einheitlicher Richtlinien im Umgang mit Haustieren beteiligt zu sein“, sagt IBH-Vorsitzender Thomas Bierer. „Gemeinsam für spezifische Interessen einzutreten im Sinne unserer Überzeugungen und Visionen – zum Beispiel in Form eines einheitlichen Hundeführerscheins – darin sieht der IBH den Grund für die zukünftige aktive Teilnahme im Dachverband für Haustierverhaltensberater in Europa.“

Durch den Zusammenschluss können nach Ansicht des Vereins Hunde für Handicaps die Kompetenzen und Interessen der einzelnen Verbände gebündelt werden, und unter dem Dach einer gemeinsamen Interessensvertretung verbessern sich Öffentlichkeitsarbeit und politischer Einfluss. „Die Vorteile, die wir uns für Hunde für Handicaps versprechen, sind, dass wir im Dachverband für Haustierverhaltensberater in Europa die Plattform finden, die Interessen behinderter Hundehalterinnen und Hundehalter zu vertreten und in der Landschaft der vielen Hundevereine, -verbände und -schulen die Themen rund um die Assistenzhundeausbildung tief zu verankern“, sagt Vereinsvorsitzende Sabine Häcker. „Die Kooperation mit anderen, starken Institutionen verleiht auch unseren Forderungen mehr Gewicht und Rückhalt.“

Mehr Infos über die Gründungsmitglieder erhalten Sie hier.

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