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Der Hund, ein Nutztier?

Polar ist ein aktiver Herdenschutzhund. Für soziale Interaktionen hat die Hündin dennoch Zeit.

Polar ist ein aktiver Herdenschutzhund. Für soziale Interaktionen hat die Hündin dennoch Zeit.

„Als Hund nicht zu gebrauchen, aber als Mensch unersetzlich!“ sagte einst Johannes Rau, ehemaliger Bundespräsident Deutschlands, über seinen Hund und veranschaulicht damit den Rollenwechsel, den Hunde in den letzten Jahrhunderten vollzogen haben. Dienten sie dem Menschen lange als Jagd- und Hütehelfer oder Lastentier, leben sie heute als tierischer Freund mit uns. Der Dachverband für Haustierverhaltensberatung e.V. (DHVE) bietet Aufklärung rund um die gesellschaftliche Bedeutung von Haustieren für menschliche und tierische Lebensqualität.

„Der noch nicht von allen bemerkte Paradigmenwechsel unserer Hunde vom Nutztier zum Sozialpartner erfordert mittlerweile auch neue Ausbildungsmethoden“, erklärt Rainer Schröder, Präsident des DHVE. Haustiere haben einen festen Platz in unserer Gesellschaft und verdienen unsere Wertschätzung durch hundgerechte Erziehung.„Während früher noch der Zweck die Mittel heiligte, werden Hunde jetzt gewaltfrei erzogen. Gute Trainer achten heutzutage sogar darauf, dass der Hund stressfrei lernen kann“.

Ca. 7 Millionen Hunde leben in Deutschland, nur wenige davon dienen dem Menschen als Helfer im beruflichen Kontext. Die meisten sind Freizeit- oder Familienhunde und führen ein Leben zwischen Wohnzimmer und Hundewiese. Ihre Aufgabe ist es, dem Menschen ein treuer Gefährte und Freund zu sein. Gleichzeitig sind sie aber ebenfalls zweckdienlich, indem sie soziale Aufgaben erfüllen, als Freizeitpartner zum Wohlbefinden ihrer Besitzer beitragen oder sogar den Mittelpunkt der Lebensgestaltung darstellen. Die Anforderungen, die Freizeithunde erfüllen müssen, werden oft unterschätzt: Keinem Hund fällt es leicht, sich der Reizüberflutung eines großstädtischen Lebens anzupassen. Nach wie vor geschehen Hundeunfälle im häuslichen und familiären Bereich und führen dazu, dass Hunde in großer Zahl in Tierheimen „entsorgt“ werden. Umso wichtiger ist es, auch bei Freizeithunden den für die jeweiligen Ansprüche passenden Hund auszuwählen und ihn so zu trainieren, dass er die gestellten Erwartungen erfüllen kann. Für Freizeit-, Dienst- und Assistenzhunde gleichermaßen bieten die Mitgliedsverbände des DHVE e.V. Beratung und Ausbildung nach zeitgemäßen methodischen Zugängen.

Im DHVE e.V. haben sich namhafte Verbände rund um die Erziehung, Ausbildung und Verhaltensberatung von Haustieren zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam durch einen konsequent gewaltfreien und ethischen Ansatz der Ausbildung und Haltung von Hunden und Haustieren allgemein einen Beitrag zum sozialen Zusammenleben zwischen den Arten zu leisten.

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